Parlamentarisches Patenschafts-Programm

Freiheitsstatue_by_Lothar Wandtner_pixelio.de_m_cEin Jahr in den USA leben, studieren und arbeiten – jedes Jahr bietet das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden und jungen Berufstätigen dazu die Chance.Bundesweit stehen 360 Stipendien zur Verfügung, davon 285 für Schülerinnen und Schüler sowie 75 für junge Berufstätige. Zeitgleich sind 350 junge US-Amerikaner zu einem Austauschjahr zu Gast in Deutschland.

Das PPP ist ein gemeinsames Programm des Deutschen Bundestages und des US-Congress. Bereits seit 1983 ermöglicht das PPP Jugendlichen aus Deutschland und den USA ein Austauschjahr im anderen Land. Die Schirmherrschaft für das Programm, das von allen Fraktionen getragen wird, hat der Präsident des Deutschen Bundestages übernommen.

Die Kosten für das Vor- und Nachbereitungsseminar, die Flug-, Versicherungs- sowie Programmkosten in den USA werden von den Parlamenten beider Länder übernommen. Die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer leben während ihres USA-Aufenthaltes in Gastfamilien. Die Schülerinnen und Schüler besuchen die Highschool, die jungen Berufstätigen nehmen am Unterricht eines Community College oder einer vergleichbaren Bildungsstätte teil und absolvieren ein Praktikum in einem Betrieb.

Bundestagsabgeordnete nominieren die deutschen Stipendiaten und betreuen sie in der Zeit des Stipendiums als Paten – daher auch der Name des Programms. Auch die amerikanischen Stipendiaten in Deutschland bekommen in den Wahlkreisen einen Abgeordneten als Paten. Die Bundestagsabgeordneten sind persönliche Ansprechpartner, stellen ihre “Patenkinder” der Öffentlichkeit im Wahlkreis vor, laden sie zu politischen Veranstaltungen ein und machen die jungen US-Amerikaner mit dem politischen Leben in Deutschland bekannt. Als Bundestagsabgeordneter für Bremen und Bremerhaven übernehme ich regelmäßig die Patenschaft für den Auslandsaufenthalt von Jugendlichen aus meinem Wahlkreis.

Bei Fragen zum Programm und zum Bewerbungsverfahren können Sie sich auch gern an eines meiner Büros in Berlin, Bremen oder Bremerhaven wenden. Weitere Informationen sind auf den Seiten des Deutschen Bundestages zu finden.

 


 

Mit dem PPP in Virginia Beach: Nachricht von Charlott aus Bremen

Seit September 2015 ist die Bremer Schülerin Charlott mit einem Stipendium des Parlamentarischen Patenschafts-Programmes (PPP) des Deutschen Bundestages in den USA. Ihrem Bundestagsabgeordneten Uwe Beckmeyer schrieb Charlott nun und berichtet von ihren ersten Erfahrungen in Virginia Beach.

Impressionen vom Strand in Virginia Beach. Ich wohne keine 5 Minuten entfernt davon.

Impressionen vom Strand in Virginia Beach. Ich wohne keine 5 Minuten entfernt davon.

„In den letzten 12 Wochen habe ich sehr viel erlebt und unternommen. Als ich hier in Virginia Beach ankam, konnte ich noch zwei Wochen Sommerferien mit meiner Gastfamilie genießen, bevor ich meinen ersten Schultag hatte. In diesen zwei Wochen habe ich zum ersten Mal die USA erlebt und die ersten Erfahrungen gesammelt. Ich habe viele Dinge zum ersten Mal gesehen oder z.B. auch gegessen. Als ich zum ersten Mal mit meiner Gastfamilie einkaufen war, wollte ich unsere Lebensmittel in Tüten packen, doch meine Gastschwester starrte mich an und sagte: “Nein, tue das nicht. Du nimmst jemandem den Job!”. Ich war verwundert und perplex, doch nach ein paar Sekunden begriff ich, was sie mir sagen wollte. Ein Mitarbeiter des Supermarktes kam, um unsere Einkäufe einzupacken. Ich konnte nicht glauben, dass der Supermarkt Angestellte hat, die dafür zuständig sind, die Einkäufe in Tüten zu packen!

In meinen ersten Tagen habe ich auch viele neue Leute kennengelernt und war zum ersten Mal mit meiner Gastfamilie in der Kirche. Es hat mir so gut gefallen, dass ich seitdem jeden Sonntag mit ihnen dorthin gehe. Ich plane einen Teil meiner ehrenamtlichen Arbeit dort zu leisten.

Dadurch dass meine Gastmutter Lehrerin an meiner High School ist, konnte ich schon vor dem Schulstart meine Schule erkunden und alles kennenlernen. Ich habe meine Klassen gewählt und bin nach wie vor sehr zufrieden. Neben English, Geschichte und Mathematik habe ich Oceanography, Photography, Theatre, Fashion Marketing und Yearbook gewählt. Ich habe wirklich nette Lehrer und Freunde habe ich auch schon gefunden. Einige sind jetzt schon traurig, dass ich nicht für immer bleiben kann.

Bilder von meiner Premiere mit dem Theaterstück "Othello". Ich spielte "Bianca".

Bilder von meiner Premiere mit dem Theaterstück “Othello”. Ich spielte “Bianca”.

Neben meinen Schulfächern habe ich das Glück, auch nach dem Unterricht noch in der Schule bleiben zu können. Vor ein paar Wochen bin ich zu den Auditions für das Herbst-Theaterstück unsere Schule gegangen. Dieses Jahr spielen sie “Othello”, ein Drama von Shakespeare. Generell hatte ich bisher keine Probleme mit der Sprache, aber Shakespeare war dann doch eine Herausforderung. Ich war überglücklich als ich erfuhr, dass ich von 70 Kandidaten eine der 22 Rollen bekommen habe. Seitdem bleibe ich täglich nach dem Unterricht bis 5:15pm in der Schule und fahre dann mit dem Activity Bus nach Hause. Doch weil unsere erste Show schon in ein paar Tagen ist, wird es allmählich ernster und ich bleibe jeden Tag bis 7:30 pm in der Schule, um zu proben.

Gestern hat mich jemand gefragt, was ich bisher am meisten an den USA mag, und ich musste lachen, als ich antwortete, dass es wahrscheinlich die High School ist mit all ihren Bestandteilen – den Klassen, den Lehrern, dem Spirit und den anderen Jugendlichen. Neben meinem Unterricht und den Theater Proben mache ich auch viele Field Trips, z.B. bin ich mit meiner Oceanoghraphy Klasse Fischen gewesen, ich war auf einer Yearbook Convention in Richmond und morgen fahre ich nach Norfolk, wo wir uns ein Theaterstück ansehen.

Ich habe mich auch in meiner Gastfamilie sehr gut eingelebt und ich habe mich vom ersten Tag an sehr willkommen gefühlt. Sich zu integrieren ist gar nicht so schwer, wie man denkt. Eines der Highlights meines Tages ist das gemeinsame Abendessen mit meiner Gastmutter und meiner Gastschwester. Wir essen zusammen und reden über unseren Tag, was wir so erlebt haben, wir machen Pläne oder erzählen Geschichten. Natürlich hatte ich Angst, dass es nicht so leicht werden würde, sich in einer fremden Umgebung mit fremden Menschen zuhause zu fühlen, aber diese Angst ist im Nachhinein betrachtet unbegründet gewesen. Meine Gastschwester mag mich sehr und sie liebt es, Zeit mit mir zu verbringen. Wahrscheinlich werde ich meine Präsentation über Deutschland in ihrer Schule halten. Ich bin schon sehr vertraut mit meiner Gastfamilie und überglücklich, dass sie mich ausgewählt haben. Wir passen wirklich gut zusammen!

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Meine Gastmutter Stacy und meine Gastschwester Reilly.

Ich möchte mich noch einmal herzlich bei Ihnen bedanken! Dass Sie mich als PPP-Stipendiatin ausgewählt haben, hat meinen Traum wahr werden lassen und ich bin so dankbar für die Möglichkeit, die Sie mir geben. Ohne das PPP könnte ich nicht all die Erfahrungen sammeln und alle diese schönen Momente erleben.“