Mit Transparenz gegen die Lohnlücke

Am 30. März hat der Bundestag endlich das Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen – das so genannte Lohngerechtigkeitsgesetz – beschlossen. Dafür hatten die SPD-Bundestagsfraktion und Bundesministerin Manuela Schwesig an der Seite von Gewerkschaften und Frauenverbänden hart gekämpft.

„Viele Frauen ahnen, dass sie schlechter bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen im Betrieb, auch wenn sie die gleiche Arbeit machen. Manchmal stellt sich auch zufällig heraus, dass die Bezahlung unterschiedlich ist. Das wird nicht nur als ungerecht empfunden – es ist ungerecht“, so Uwe Beckmeyer. Dabei steht seit 1949 im Grundgesetz: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“. Nur beim Lohn gilt das in der Praxis häufig nicht.

Erst vor gut zwei Wochen erinnerte die Equal-Pay-Day-Kampagne zum zehnten Mal daran, dass Frauen im übertragenen Sinne bis Mitte März umsonst arbeiten, während Männer schon seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Denn noch immer klafft eine Lohnlücke von bis zu 21 Prozent zwischen Frauen und Männern.

Das neue Gesetz schreibt das Prinzip „gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ fest. Ziel des Gesetzes ist, mit größerer Transparenz bei den Löhnen zu erkennen, wo Frauen benachteiligt werden. Denn nur wer diese Ungerechtigkeiten kennt, kann sie auch beseitigen. Dadurch sollen Fähigkeiten und Kompetenzen ohne Diskriminierung bewertet, Gehälter auf Augenhöhe verhandelt und eine offene Unternehmenskultur gefördert werden.

Von dem neuen individuellen Auskunftsanspruch in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten profitieren bis zu 14 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. „Sie haben nun das Recht zu erfahren, wie sie im Vergleich zu ihren Kolleginnen und Kollegen anderen Geschlechts bezahlt werden, wenn diese einer gleichen oder gleichwertigen Tätigkeit nachgehen. Denn nur dort, wo Lohndiskriminierung offengelegt wird, kann sie bekämpft werden“, so Beckmeyer abschließend.

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